Lebens­planer

Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch beschätigt sich seit mittlerweile 15 Jahren mit der Aufklärung über Themen der Sexualität über die man in der Schule oft nicht spricht. Die Geschichte der Verhütung und Kontrolle über seine eigene Fruchtbarkeit ist eine lange, und die Schulbildung geht oft nicht über den Aufbau einer Eizelle und die Verwendung eines Kondoms hinaus.

Um die Gewichtung der Entscheidung über Verhütungsmethoden zu visualisieren bauen wir derzeit eine interaktive Installation, die bald Besuchern des Museums erlaubt spielerisch mit dem Thema „Verdammt nochmal, wie soll ich verhüten?“ umzugehen. Mit Daten aus mehreren Studien gefüttert bietet das Ergebnis eine realitätsnahe Prognose & Statistik der Kosten & Sicherheiten.

Die Problematik

Das Problem mit Daten ist ja meist die Darstellung in lesbarer Form. Auch gibt es unterschiedliche Ansätze die wahren Kosten der Verhütung und deren Sicherheit zu berechnen. Das Standardmodel für die Sicherheit einer Verhütungsmethode ist der Pearl Index. Nachdem die Folgen einer ungewollten Schwangerschaft stark von der sozialen Struktur abhängen beruhen unsere erstellten Statistiken auf dem Ergebnis mehrerer Studien aus aller Welt.

Das Konzept der Haptik

Unser Anspruch war klein: Nicht noch eine Tabelle mit Zahlen! Angreifen. Fühlen. Tasten. Das muss ein Ding werden. Die Idee: Anstatt über einzelne Verhütunsmethoden zu informieren nehmen wir das Leben der betrachtenden Person als Beispiel. Man kann auf einer 60 Jahre umfassenden Zeitleiste unterschiedliche Verhütungsmethoden platzieren und ändert damit die Berechnung. So kann man aus 13 3D-gedruckten Objekten wählen – jedes steht für eine Methode, bzw ein gewünschtes Kind – und diese auf einer fast 2 Meter breiten Zeitleiste hin & her schieben.

Eigene Platine mit Arduino

Die Technik dahinter

60 NFC-Reader sind über eigens angefertigte Platinen zu einem Arduino verbunden, der die Codes aus den in den 3D gedruckten Objekten integrierten NFC-Tags ausliest. Die Liste der erkannten Objekte wird dann von einem Rasperry Pi ausgelesen und auf zwei Bildschirmen dargestellt.

Quellen